Für ein Leben und Sterben in Würde

Neue christliche Gesellschaft übernimmt Hospizdienste von AMEOS.
(Pressemitteilung)

Die „Christliche Hospize Oberhausen gGmbH“ übernimmt zum 1. Mai die Hospizdienste von AMEOS. Das haben der Caritasverband Oberhausen, die vier Oberhausener Pfarreien sowie die Beteiligungsgesellschaft des Bistums Essen mbH (BBE) heute mitgeteilt. Die dazu neu gegründete Gesellschaft übernimmt die Verantwortung für das stationäre Hospiz St. Vinzenz Pallotti (Osterfeld), den ambulanten Hospizdienst sowie das „Möwennest“ – ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst. Alle drei wurden zuvor vom Katholischen Klinikum Oberhausen (KKO) getragen und zunächst von AMEOS weiterbetrieben.

„Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, die Hospizarbeit in christlicher Trägerschaft weiter zu führen“, so Thomas Gäng, Vorsitzender des Katholikenrates für die katholische Stadtkirche Oberhausen. „Das ist in Zeiten der Lockerungen ein konkretes Zeichen gegen aktive Sterbehilfe und unser Verständnis für Würde und Wert des menschlichen Lebens, für die wir uns gerade am Lebensende einsetzen.“

„Wir bedanken uns bei den Mitarbeitenden der Einrichtungen für die angenehme Zusammenarbeit und wünschen dem neuen Träger der Einrichtungen alles Gute“, so der stellvertretende AMEOS-Krankenhausdirektor Manuel Bäuerle. „Unser Plan, die Hospizdienste nach der KKO-Integration zügig in eine andere Trägerschaft zu überführen, ist nunmehr erfolgreich abgeschlossen“, so Bäuerle weiter.

Mehrheitsgesellschafter im neuen Trägerkonstrukt ist der Caritasverband Oberhausen. „Die Hospizbewegung in Oberhausen war und ist ökumenisch und bürgerschaftlich geprägt, getragen von vielen Ehrenamtlichen. Wir möchten künftig allen ein Dach bieten, unter dem sich weitere Partner zusammenschließen und die Hospizarbeit in Oberhausen gemeinsam weiter entwickeln können“, erklärt Caritasdirektor Michael Kreuzfelder die Beweggründe. Deswegen habe man den ökumenisch getragenen „Ambulanten Hospizverein Oberhausen“ und die Evangelische Kirche eingeladen, in einem zweiten Schritt Teil der neuen Gesellschaft zu werden.

Für Nutzerinnen und Nutzer der Hospizdienste ändert sich indes nichts. Die Ansprechpersonen und Angebote bleiben die gleichen – nur unter neuem Logo. Alle 35 Beschäftigten aus den entsprechenden Bereichen werden übernommen. „Die Kontinuität von Rahmenbedingungen, von christlichen Werten und Leitbild ist für uns, die Mitarbeitenden, die Nutzer und deren Angehörige sehr wichtig“, betont Kreuzfelder.

Neu: Hospiz-Zentrum und Hospiz- und Palliativakademie

Gleichzeitig gibt es neben Logo und Namen weitere Neuerungen: In einem neuen Zentrum an der Vikariestraße werden künftig alle ambulanten Angebote gebündelt. Das Gebäude der Pfarrei St. Pankratius wird derzeit mit großem Engagement von „Oberhausen hilft“ umgebaut. Hier sollen künftig die Gesellschaft, die ambulanten Angebote und eine neu gegründete Hospiz- und Palliativakademie Platz finden. „Die Akademie in gemeinsamer Trägerschaft in dem Ambulante Hospize Oberhausen e.V. dient der Fortbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen und wir tragen sie gemeinsam mit anderen Partnern in der Hospizarbeit“, erklärt Paul Hüster. Der Theologe und jetzige Leiter des stationären Hospizes St. Vinzenz Pallotti übernimmt in der neuen Gesellschaft die Leitung aller Hospizdienste. Derzeit begleiten 35 Hauptberufliche sowie 105 Ehrenamtliche jährlich rund 230 Schwerkranke und Sterbende und etwa 480 Angehörige.

Alle Beteiligten betonen wie dringend notwendig weiterhin Spenden für die Arbeit sind. „Ohne Spenden können wir die für unsere Stadt notwendige Hospizarbeit nicht fortsetzen“, so Wilfried Lanfermann, Vorsitzender des „Fördervereins St. Vinzenz Pallotti“. Der Verein, der eng mit der neuen Gesellschaft zusammenarbeitet, hat gerade ein Buch zur Entstehung und Geschichte der Oberhausener Hospizarbeit veröffentlicht.

Die „Christliche Hospize Oberhausen gGmbH“ wurde gegründet vom Caritasverband Oberhausen e.V. (Mehrheitsgesellschafter), den katholischen Pfarrgemeinden St. Pankratius (Osterfeld), St. Clemens (Sterkrade), St. Marien und Herz Jesu (beide Oberhausen) sowie der Beteiligungsgesellschaft des Bistums Essen mbH (BBE). Als Vertreter des Mehrheitsgesellschafters ist Walter Paßgang Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, Geschäftsführer sind Detlef Nitsch und Michael Kreuzfelder, beide im Vorstand der Oberhausener Caritas.

Weitere Informationen unter www.christlichehospize-oberhausen.de sowie unter www.caritas-oberhausen.de.

Zum Foto:

Stellvertretend für die neuen Gesellschafter der Christlichen Hospize Oberhausen (von links): Caritas-Direktor Michael Kreuzfelder, Stadtdechant Dr. Peter Fabritz, Thomas Gäng, Vorsitzender des Katholikenrates, Esther Schwiederowski, Pflegeleiterin Stationäres Hospiz St. Vinzenz Palotti, Detlef Nitsch, Vorstand Finanzen & Personal Caritasverband Oberhausen.

Rustikale Krippenkunst in Osterfeld

Artikel aus der WAZ vom 11.12.2020 von Michael Bresgott:

Die katholische Kirche St. Josef Heide in Oberhausen-Osterfeld ist seit September 2020 offiziell geschlossen. Doch das heißt nicht, dass sich an dieser Stelle nichts mehr tut in Sachen Glauben und Religion. Jetzt ist an der Kirchenaußenmauer eine sehr ansprechende Krippe unter freiem Himmel entstanden.

Schon immer gab es an der Hertastraße an der dortigen Kirchenaußenmauer eine kleine Wiesenfläche. Daraus wurde zunächst eine Wildblumenwiese und nun sogar eine eingezäunte Krippenwiese mit biblischen Figuren, mit einer kleinen Schafherde und einem schönen Begrüßungsschild: „Auf der im Sommer blühenden Wildbienen-Blumenwiese finden nun Maria, Josef, das Christkind sowie natürlich Ochs und Esel eine Herberge!“

Das Team der Ergotherapie-Werkstatt der Caritas, ebenfalls an der Hertastraße beheimatet, hat das Krippenprojekt in enger Zusammenarbeit mit Hermann-Josef Schepers möglich gemacht, wobei vor allem die sechsköpfige Gartengruppe der Ergo-Werkstatt unter Anleitung von Karl Aldenhoff ihr Können zeigte. Friedhofsgärtner Thomas Wieschenkämper hat das nötige Holzmaterial dazu gespendet. Alle haben also an einem Strang gezogen, damit hier etwas Schönes und Besinnliches für den Advent entstehen kann. Darüber freut sich auch Propst Christoph Wichmann von St. Pankratius Osterfeld, der die Krippe nun segnete.

Zahlreiche Passanten, aber auch Schul- und Kindergartenkinder bleiben bereits regelmäßig stehen, schauen sich die biblische Szenerie genauer an oder machen spontan ein Foto. Die vier rustikal gezimmerten Schafe, die ebenso markanten biblischen Figuren, die familiäre Szenerie unter dem kleinen Krippendach aus Fichtengrün – all das ist zu sehen. Und dazu strahlt an zwei Seiten des Kirchturms in 38 Metern Höhe der traditionelle Stern, den Hermann-Josef Schepers schon seit einigen Jahren auf diese Weise im Advent über Osterfeld-Heide leuchten lässt.

Und so ist hier mit Blick auf die erst wenige Monate zurückliegende Kirchenschließung erfreulicherweise kaum etwas von Resignation zu spüren – im Gegenteil. Alle blicken auch schon auf das nächste Frühjahr und auf die bereits vorgestellten Pläne, St. Josef Heide als integrative Sport- und Bewegungskirche neu zu nutzen. Die entsprechenden Anträge auf Förderung hat die Stadt beim Bund bereits gestellt. Für das Projekt ist mit Investitionskosten von rund 3,4 Millionen Euro zu rechnen, wobei die Stadt eine 90-prozentige Förderung dieses Betrages durch den Bund anpeilt.

Der schon im Herbst skizzierte Zeitplan hat dabei nach wie vor Bestand: Der Innenausschuss des Bundestages entscheidet im Januar 2021, ob das Projekt unterstützt wird. Bewilligt der Bund den Millionen-Zuschuss, soll dann in Zusammenarbeit mit möglichen künftigen Nutzern der Sportkirche eine Konkretisierung der Planungen erfolgen. Bis dahin werden wohl auch wieder die Wildblumen auf der kleinen Sommerwiese an der Kirchenmauer sprießen. Für die Krippe wurden jetzt sogar eigens zwei Reihen Erika gepflanzt. Ein rundum stimmiges, biblisches Bild – sogar ein Insektenhotel zählt zur festlichen Szenerie.

Das Team Ehrenamt sagt DANKE!

Die Pfarrei lebt von Menschen, die sich engagieren. Unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene investieren viel Zeit und Leidenschaft in eine Aufgabe, in einen Verband oder in ein Projekt. Viele versuchen das Evangelium lebendig werden zu lassen und für andere da zu sein. Rund um das Nikolausfest haben wir in den letzten Jahren das Ehrenamt gefeiert und zumindest einmal im Jahr ganz bewusst DANKE gesagt. Ein Abend der Wertschätzung mit tollem Programm und leckeren Köstlichkeiten wäre sicher auch in diesem Jahr wieder angemessen gewesen.

Da das aber so nicht möglich ist, möchten wir – als Team Ehrenamt – es aber trotzdem nicht versäumen, DANKE zu sagen. Corona geht auch am ehrenamtlichen Engagement nicht spurlos vorbei. Aber ALLE sollen wissen: Ihr seid nicht vergessen! Wir DANKEN euch und wir brauchen euch! Denn ohne euch würde etwas fehlen! Und im nächsten Jahr stoßen wir hoffentlich wieder zusammen an…

Presseartikel: „Christmette in der Köpi-Arena abgesagt“

Artikel aus der WAZ vom 21.10.2020 von Michael Bresgott:

Die für den 24. Dezember in der König-Pilsener-Arena geplante Christmette mit 2000 Gläubigen ist abgesagt. Die Initiatoren des Projektes, Katholikenratsvorsitzender Thomas Gäng und Propst Christoph Wichmann von St. Pankratius Osterfeld, haben diese Entscheidung jetzt mit Blick auf die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen getroffen. „Schweren Herzens müssen wir das so handhaben und damit der aktuellen Entwicklung Rechnung tragen.“

Idee fand bereits große Resonanz

Das Vorhaben, das Ende September  präsentiert worden war, hatte über die Oberhausener Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen gesorgt. „Es bleibt trotz der Absage festzuhalten, dass die Idee auf große Resonanz gestoßen ist“, unterstreicht Propst Wichmann. „Die Rückmeldungen waren, bis auf wenige Ausnahmen, durchweg positiv. Wir hatten allein durch die angestoßene Umfrage schon gut 500 Anmeldungen – auch aus mehreren anderen Städten.“

Es habe sich auf jeden Fall gelohnt, das Experiment zu wagen, auch wenn es jetzt leider nicht zu einer Umsetzung kommen könne. Gerade viele Christinnen und Christen, die nicht zu den Kerngemeinden gehören würden, hätten mit Blick auf das Arena-Projekt gespürt, „dass wir an sie denken und sie und ihre Bedürfnisse ernst nehmen“, sagt Propst Wichmann. Jetzt gelte es, kreative und kleinere Formate weiter zu entwickeln, damit Weihnachten gut gefeiert werden könne.

Ganz ähnlich sieht das Thomas Gäng als Vorsitzender des Katholikenrates: „Wir sind sehr traurig, dass wir nun diese Absage erklären müssen.“ Der plötzliche und unerwartet hohe Anstieg der Infektionszahlen lasse aber keine andere Wahl. Jetzt sei es besonders wichtig, zu Weihnachten vor Ort in den Gemeinden möglichst umfassende Gottesdienstangebote zu machen, damit zahlreiche Gläubige die Gelegenheit bekommen, das Weihnachtsfest gebührend in einer Kirche zu feiern. Damit werde auch die traditionelle Adveniat-Kollekte gestärkt, die ein wichtiger Punkt im festlichen Programm vor Ort sei.

Thomas Gäng will nun gleichwohl das weitere Geschehen in Sachen Corona fortlaufend im Blick behalten und denkt bei einer etwaigen positiven Entwicklung der Fallzahlen daran, eventuell doch noch am 24. Dezember ein Gottesdienstangebot in größerem Rahmen in Oberhausen zu machen – dann aber sicherlich nicht in Arena-Dimensionen, sondern in einem kleineren Umfang.

Presseartikel: „St. Josef Heide als Sportkirche“

Artikel aus der WAZ vom 12.10.2020 von Michael Bresgott:

Aus der am 13. September offiziell außer Dienst gestellten katholischen Kirche St. Josef Heide in Oberhausen-Osterfeld soll eine integrative Sportkirche werden. Der hallenartige Innenraum des großen ehemaligen Gotteshauses bietet aus Sicht der Stadtverwaltung beste Voraussetzungen, um hier eine Bewegungslandschaft für Kinder und Jugendliche, aber zugleich auch für Vereine und die gesamte Bevölkerung zu schaffen.

Für das Projekt ist mit Investitionskosten von rund 3,4 Millionen Euro zu rechnen, wobei die Stadt eine 90-prozentige Förderung dieses Betrages durch den Bund anpeilt. Der Stadtrat hat jetzt grünes Licht gegeben, der Antrag ist damit auf den Weg gebracht. Der Innenausschuss des Bundestages entscheidet bereits im Januar 2021, ob das Projekt gefördert wird. Bewilligt der Bund den Millionen-Zuschuss, soll dann in Zusammenarbeit mit möglichen künftigen Nutzern der Sportkirche eine Konkretisierung der Planungen erfolgen.

Dezernent Jürgen Schmidt spricht von einem „spannenden neuen Angebot“, das die städtische Sportlandschaft nachhaltig bereichern und modernisieren könne. Mit einer solchen Sportkirche könne man der „dynamischen Entwicklung“ hin zu neuen Sport- und Bewegungsformen Rechnung tragen. Die entsprechend umgestaltete, ehemalige Kirche könne etwa auch für den schulischen Sportunterricht genutzt werden. Konkreter wird Jürgen Schmidt noch nicht; mit Blick auf die Höhe des Kirchen-Innenraumes kommen aber zum Beispiel wohl auch spannende Kletterangebote infrage, die hier verwirklicht werden könnten.

Das Projekt wird bereits von der Pfarrei St. Pankratius und vom Ruhrbistum Essen unterstützt. Propst Christoph Wichmann äußert sich auf Anfrage unserer Redaktion begeistert über die Pläne. Gerade das Thema „Bewegung“ sei für alle Altersklassen sehr wichtig und habe wirklich Relevanz für die Gesellschaft. „Es ist also ein Zukunftsthema, das wir in der Heidekirche verorten könnten. Außerdem passt eine Bewegungslandschaft ideal in einen Kirchbau. Gerade wir als Kirche sind ja seit über 2000 Jahren Experten für Bewegung – als pilgerndes Volk Gottes.“

Der Propst zeigt sich zugleich überzeugt, „dass sich auch viele geistliche Angebote in einer integrativen Sportkirche verwirklichen lassen“. Das Bistum habe da schon viele gute Erfahrungen gemacht, zum Beispiel mit Hochseilgärten in Kirchen. Nicht zuletzt seien die Architektur der Heidekirche als Hallenbau und die Lage im Stadtgebiet mit vielen Schulen in der Umgebung weitere Pluspunkte für St. Josef, ebenso die gute Verkehrsanbindung, unter anderem mit einer Bushaltestelle beinahe direkt vor der Kirchenpforte.

Die katholischen Christinnen und Christen in Osterfeld-Heide haben am 13. September offiziell Abschied von ihrem Gotteshaus genommen. Aus diesem Anlass fand an jenem Sonntag ein Gottesdienst mit Weihbischof Ludger Schepers an der Vestischen Straße statt; das Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1910, blickt also bereits auf eine 110-jährige Historie zurück. Zunächst war das offizielle Aus für St. Josef Heide bereits für den 17. Mai 2020 vorgesehen, wegen der Auswirkungen der Corona-Krise hatte die Propstei den Termin dann aber auf September verlegt.

 

Presseartikel: „Idee: Christmette in der Köpi-Arena“

Artikel aus der WAZ vom 30.09.2020 von Michael Bresgott:

 

Das kommende Weihnachtsfest 2020 könnte für die Katholiken in Oberhausen zu einem ganz besonderen Datum werden, denn: Wenn alles klappt und die Resonanz auf diese Idee entsprechend gut ausfällt, gibt es am 24. Dezember eine Christmette mit 2000 Besuchern in der König-Pilsener-Arena.

Gottesdienst in der Arena der Neuen Mitte; wo sonst Weltstars wie Rod Stewart oder „The Who“ ihre Hits singen und die E-Gitarren aufheulen lassen, soll es an Heiligabend feierlich und besinnlich zugehen. Das ist der Plan von Propst Christoph Wichmann von St. Pankratius Osterfeld und Thomas Gäng, Katholikenrats-Vorsitzender in Oberhausen. Die Idee dazu geht auf Kaplan Oliver Schmitz von St. Pankratius zurück, der diesen Einfall („Warum machen wir die Christmette nicht in einer großen Veranstaltungshalle?“) spontan bei einer Ideenschmiede mit dem Pastoralteam und Ehrenamtlichen äußerte.

Propst Wichmann und Thomas Gäng halten das für einen hervorragenden Einfall in Zeiten der Corona-Pandemie. „Wir wollen als Katholiken nicht von Neuem eine Situation haben wie etwa zu Ostern, als keine Gottesdienste mit persönlich anwesenden Gläubigen möglich waren“, sagt Thomas Gäng. Zu Weihnachten 2020 soll wirklich gemeinsam Gottesdienst gefeiert werden können. Und da biete sich die König-Pilsener-Arena geradezu an. Die Halle habe bereits ein ausgearbeitetes Hygiene-Konzept, auf das man zurückgreifen könne. Nach aktuellem Stand sei eine Christmette mit 2000 Gläubigen möglich. Mit dem Hallen-Management habe man bereits Kontakt aufgenommen. Die Miete der Halle schlägt mit einer fünfstelligen Summe zu Buche, die von der Stadtkirche und ihren Großpfarreien mit Unterstützung weiterer Spender getragen werden könne.

So weit ist quasi schon alles unter Dach und Fach. Doch ob sie diesen Plan wirklich in die Tat umsetzen, machen Propst Wichmann und Thomas Gäng von der öffentlichen Resonanz abhängig, mit der sie nach dem Erscheinen dieses Berichts rechnen. Sie erwarten Leserbriefe und Kommentare in den Sozialen Netzwerken und nehmen entsprechende E-Mails auch unter stadtdekanat.oberhausen@gmx.de in Empfang.

Am 24. Dezember soll um 15 Uhr Einlass in die Arena sein; gegen 15.45 Uhr soll die Christmette beginnen. Die Halle soll in eine schöne und besinnliche Atmosphäre getaucht werden. Auch Chorgesang ist möglich, da die Arena ja bei entsprechender Verteilung der Menschen selbst unter den Vorgaben eines umfassenden Infektionsschutzes genügend Platz für alle bietet. Propst Wichmann und Thomas Gäng unterstreichen: Die Christmette in der König-Pilsener-Arena solle ein zusätzliches Angebot zu den weihnachtlichen Programmpunkten vor Ort in den Gemeinden sein. Sie wollen damit also den einzelnen Gemeinden in Oberhausen zu den Festtagen keine Konkurrenz machen, sondern eine aus ihrer Sicht passgenaue Ergänzung bereithalten. Thomas Gäng: „Wir haben in Oberhausen rund 70.000 Katholiken. Etwa 15 Prozent davon kommen am 24. Dezember in die Kirche.“

Um vor dem Hintergrund der Corona-Regeln niemanden an der Kirchenpforte abweisen zu müssen, sei der Gottesdienst in der Arena sinnvoll und zudem ein starkes Zeichen der Freude am christlichen Glauben. Jetzt warten die beiden gespannt auf das öffentliche Echo zu ihrem Plan.

Pontifikalamt zur Außerdienststellung der St. Josef-Kirche

Am vergangenen Sonntag, dem 13. September 2020, ging in Osterfeld-Heide nach rd. 110 Jahren eine Kapitel katholischer Geschichte zu Ende. Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde die St. Josef-Kirche, die landläufig als Heidekirche bekannt ist, außer Dienst gestellt.

Die Kirche war unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Auflagen voll besetzt. Neben aktuellen Gemeinde- und Pfarreimitgliedern haben sich auch viele aus dem Quartier stammende Katholiken auf den Weg nach Osterfeld gemacht,  um bei diesem besonderen Ereignis dabeisein zu können.

Zusammen mit Weihbischof Ludger Schepers, für den es auch persönlich ein Abschied von seiner Heimatkirche war, und dem gesamten Pastoralteam der Pfarrei St. Pankratius würde ein letztes festliches Hochamt gefeiert.

Nach dem sakramentalen Segen und dem Auszug aus der Heidekirche begab sich ein Teil der Anwesenden via Autokorso auf eine Prozession zur St. Antonius-Kirche, zu der das Allerheiligste überführt wurde. Dort gab es dann auch den finalen sakramentalen Segen.

Trotz der Corona-bedingten Auflagen wurde dieser Gottesdienst von den Anwesenden als ein würdiger Abschied von der Heidekirche empfunden.

Ein herzliches Dankeschön an den Arbeitskreis „Abschied“, der das gesamte Rahmenprogramm zum Abschied von der Heidekirche organisiert und gestaltet hat!

Vielen Dank auch an Frank Herbst, der die Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Aufzeichnung des Pontifikalamtes durch das Stadtdekanat Oberhausen

360 Grad-Video aus der Heidekirche vor dem Pontifikalamt

Vollgeläut der Heidekirche

Presseinformation des Bistums zur Priesterweihe von Daniel Baldus

Daniel Baldus wird zum Priester geweiht

Feierlicher Gottesdienst am Freitag, 25. September, im Essener Dom. In Zukunft wird der aus Schwelm stammende Baldus in der Bochumer Pfarrei St. Franziskus arbeiten.

In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom weiht Bischof Franz-Josef Overbeck am Freitag, 25. September, um 18 Uhr, Daniel Baldus zum Priester. Die im Ruhrbistum traditionell am Freitag vor Pfingsten angesetzte Priesterweihe musste nun coronabedingt in den Herbst verschoben werden.

Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger

Nach seiner Weihe zum Diakon hat Baldus nun über ein Jahr lang erste Erfahrungen als Seelsorger in der Pfarrei St. Pankratius in Oberhausen-Osterfeld gemacht. Dort hat er unter anderem Religionsunterricht gegeben, in der Pfarrei und im Hospiz mitgearbeitet. Den Weg zum Priestertum hat Daniel Baldus als sogenannter „Spätberufener“ eingeschlagen. Zuvor hatte er zwei Ausbildungen als Gesundheits- und Krankenpfleger sowie in der Kinderkrankenpflege absolviert, in einer Suchtklinik und in der Psychiatrie gearbeitet – eine Arbeit, die er an Wochenenden auch während seines Theologiestudiums fortgesetzt hat.

Als Priester in Bochumer Pfarrei

Sein Theologiestudium absolvierte Baldus im rheinland-pfälzischen Priesterseminar St. Lambert auf Burg Lantershofen in der Voreifel, das Männern ab 25 Jahren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum auf dem dritten Bildungsweg das Studium ermöglicht. Nach dem theologischen Examen schloss Baldus einen einjährigen Aufenthalt im Jugendpastoralinstitut Don Bosco im oberbayerischen Kloster Benediktbeuern an, absolvierte den Einsteigerkurs an der Schnittstelle zwischen Pastoral und sozialer Arbeit und lebte während dieser Zeit mit den Salesianern Don Boscos im Kloster, bevor er seine Arbeit als Diakon im Bistum Essen begann. Nach seiner Priesterweihe wird Baldus dann in der Bochumer Pfarrei St. Franziskus tätig sein.

Coronabedingt können inklusive Angehörigen und Freunden des künftigen Priesters 150 Personen an der Feier im Dom teilnehmen, eine Anmeldung ist unter Telefon 0201/2204490 erforderlich. Musikalisch wird der Gottesdienst von den Essener Domsingknaben begleitet. (lm)

 

Eine persönliche Einladung von Daniel Baldus zur Priesterweihe und zur Primiz finden Sie hier .

Pressebericht zu Abschied von St. Josef Heide

Artikel aus der WAZ Oberhausen vom 12. September 2020 von Michael Bresgott

Zum Abschied von der Kirche St. Josef Heide am Sonntag, 13. September, in Oberhausen-Osterfeld können die Gottesdienstbesucher mit ganz besonderen Präsenten rechnen: Kleine Holzklötzchen, herausgesägt aus den Kirchenbänken und mit dem Original-Siegel aus dem Jahr der Kirchengründung anno 1910 versehen; dazu Weihwasser, 10 ml je Besucher.

Diese Präsente gibt es bekanntlich aus geradezu historischem Anlass, denn nach 110 Jahren wird das stadtbildprägende katholische Gotteshaus an der Vestischen Straße am Sonntag außer Dienst gestellt. Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst mit Weihbischof Ludger Schepers für die – bedingt durch Corona – allesamt vorangemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Verlauf des Gottesdienstes werden Mitglieder der Gemeinde kleine Texte vortragen, die sich um den schmerzlichen Abschied von „ihrer“ Kirche drehen.

„Viele Menschen auf der Heide verbinden ihr ganzes christliches Leben mit dieser Kirche“, unterstreicht Christoph Wichmann, Propst von St. Pankratius. „Unzählige Kinder wurden hier getauft, um unzählige Menschen wurde hier getrauert, unzählige Kerzen wurden angezündet, unzählige Paare haben sich hier die Treue versprochen, unzählige Gebete wurden gesprochen.“ Der Propst vergisst aber auch nicht den klaren Hinweis: „Wir schließen weder einen Gemeindeteil noch eine Gemeinschaft!“ Mit Treffpunkt-Angeboten im neugestalteten Saal der direkt benachbarten Seniorenwohnanlage oder auch mit Standorten wie etwa dem künftigen M-Haus für die Jugend gleich neben der Kirche will die Propstei St. Pankratius in Heide präsent bleiben.

Trotzdem sei diese Kirchenschließung ein Einschnitt. Das sehen auch Annette Bringenberg vom Pfarrgemeinderat und Hermann-Josef Schepers vom Kirchenvorstand so. Das Gotteshaus im Stil der Neo-Romanik war eben über Jahrzehnte Heimat, Treffpunkt und religiöses Stadtteilzentrum; und jetzt wird es darum gehen, einen Investor zu finden, der eine möglichst passgenaue Folgenutzung verwirklicht. „Wir sind dazu in Gesprächen“, sagt Propst Wichmann. Konkretes gibt es aber noch nicht zu vermelden.

Wer die Kirche betritt, spürt sofort deren lange Historie. Das liegt hier irgendwie in der Luft. Das alte Taufbecken, die Bänke, die hölzerne Josef-Statue von 1985, erstellt zum 75-Jahre-Jubiläum der Gemeinde (sie erhält in der nahen Seniorenwohnanlage einen neuen Standort), der markante Altar aus den frühen 1960er Jahren – all das prägt hier unverwechselbar die Szenerie. Am Sonntag werden sich – mit Corona-Abständen – nun die Kirchenbänke ein letztes Mal füllen. Ein bedeutendes Kapitel Osterfelder Kirchen- und Gemeindegeschichte geht zu Ende.

Dass die Kirche geschlossen wird, ist das Ergebnis einer ausführlichen Debatte im Zuge des Pfarreientwicklungsprozesses (PEP). Zunächst war das offizielle Aus fürs Gotteshaus bereits für den 17. Mai geplant. Die Auswirkungen der Corona-Krise machten dann einen neuen, späteren Termin im Jahresverlauf nötig. Annette Bringenberg und Hermann-Josef Schepers kennen die Kirche seit Jahrzehnten; wie schwer der sonntägliche Schritt fällt, ist ihnen deutlich anzumerken: „Für viele Menschen hier in Heide wird der 13. September ein ganz, ganz trauriger Tag werden.“

 

Oberhausener Stadtpilgertag 2020

Bericht des Bistums Essen zum Oberhausener Stadtpilgertag von Thomas Rünker, Fotos von Achim Pohl (beide Bistum Essen)

Oberhausener Katholiken pilgern von Pfarrkirche zu Pfarrkirche
Erster Stadtpilgertag war mehr als ein Corona-Ersatz für den traditionellen Freiluftgottesdienst zum Ferienabschluss.

Vorsichtig trägt Frederik eine Kerze nach vorne. In dunkelblaues Licht getaucht wirkt die Marienkapelle von St. Pankratius wie eine Höhle mit einem rot-goldenen Bild. Zusammen mit Opa Ewald stellt der 14-Jährige sein Licht vor die Ikone. „Das sieht toll aus, bleibt das jetzt für immer?“, fragt er mit Blick auf die Beleuchtung. Propst Christoph Wichmann freut sich über den Zuspruch und verspricht zumindest, dass die neuen LED-Scheinwerfer nun häufiger in der Kirche eingesetzt werden sollen. Frederik und Ewald Köster machen sich derweil wieder auf den Weg zu ihren Fahrrädern. „Wir kommen aus Holten und wollen heute alle vier Kirchen anschauen“, sagt der 81-jährige Großvater.

Oberhausen pilgert an diesem letzten Feriensonntag: Den ganzen Tag über sind die vier Pfarrkirchen geöffnet: St. Pankratius in Osterfeld, St. Clemens in Sterkrade, St. Marien im Marienviertel und Herz-Jesu am Altmarkt. Zwischen den Kirchen pendeln Gläubige mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Auto oder mit Bus und Bahn. Stadtdechant Peter Fabritz, Propst und Pfarrer von St. Clemens, spricht von einer „coronagemäßen Ersatzveranstaltung“ für den jährlichen stadtweiten Freiluftgottesdienst der Oberhausener Katholiken. Seit dem Stadtkatholikentag 2016 feiern sie immer am letzten Sonntag der Sommerferien gemeinsam eine Messe, vor einem Jahr haben rund 2000 Menschen auf dem Sterkrader Markt gebetet. Das ist in diesem Sommer nicht möglich – so entstand die Idee zum Stadtpilgertag, zu dem Stadtdechant Fabritz gemeinsam mit dem Oberhausener Katholikenratsvorsitzenden Thomas Gäng eingeladen hat.

An jeder der vier Pfarrkirchen gibt es ein anderes Programm

An jeder Kirche gibt es ein anderes Programm: In Sterkrade führt Propst Fabritz durch die Kirche. Er erklärt das Marienbild, das jährlich viele Pilger anzieht, aber auch den auferstanden Jesus an der Rückwand, der für manchen eine Günter-Netzer-Frisur trägt – und er berichtet von den „unhöflichen Nonnen“ von Sterkrade: Als 1649 der spätere Papst Alexander VII. als päpstlicher Botschafter in Deutschland auf dem Rückweg von der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens in Münster bei den Zisterzienserinnen um ein Nachtquartier bat, hat man ihn abgewiesen. „Da könne ja schließlich jeder kommen“, habe die Klosterchefin entgegen, die ihm wohl seine gehobene Position nicht geglaubt habe, so Fabritz. Sieben Jahre später wurde der abgewiesene Kleriker Papst – und hat trotz seiner Tagebuchaufzeichnung von den „unhöflichen Nonnen“, den Gläubigen in Sterkrade 1664 immerhin einen vollkommenden Ablass verliehen.

„Circle-Trainig“ in St. Pankratius

Weniger historisch geht es derweil in Osterfeld zu: St. Pankratius hat zum „Circle-Training“ für die ganze Familie geladen: Am Taufbecken können Papierblumen mit dem eigenen Namen verziert aufs Wasser gesetzt werden, ein Bilderrätsel führt zu den Kunstwerken der Kirche, am Fürbittbaum ist Platz für Bitten und Wünsche – und hinter dem Altar können die Besucher ihre Pilger-Steine ablegen. „An jeder Kirche können die Pilger heute einen Stein mitnehmen und hier hinbringen“, erklärt Propst Christoph Wichmann. Wer mag, kann die Steine auch bemalen. Zugleich erinnert die Tradition des Steinablegens aber auch an den Jakobsweg in Spanien, wo dies auch üblich ist. Und wo wäre dafür in der Osterfelder Kirche ein passenderer Ort als zu Füßen der Jakobus-Statue?

Pilgersteine, Ausweise zum Abstempeln und Leckmuscheln

Das bekannteste Symbol des Jakobswegs, die Muschel, haben sich die Oberhausener ebenfalls zu Eigen gemacht: An jeder Kirche gibt es für Kinder und andere Süßigkeiten-Fans Leckmuscheln als Stärkung für den weiteren Weg. Die verteilen auch Marion Schmitz und Peter Alferding vor dem Eingang der Herz-Jesu-Kirche am Altmarkt. Drinnen hat gerade die – gut besuchte – Sonntagsmesse begonnen, draußen sortieren sie an ihrem Stand Steine, Muscheln und Pilgerausweise: Den bekommt jeder Gläubige und kann ihn sich an jeder Kirche abstempeln lassen. Herz Jesu ist heute die ruhigste Station der vier Pilgerkirchen: Vor und nach der Messe lädt das Gotteshaus zur Stillen Anbetung ein.

Egal, wen man an diesem Pilgertag spricht, die Freude darüber, dass „bei Kirche wieder was los ist“, ist überall zu spüren. Auch wenn in jeder Kirche Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken das Bild prägen: „Es ist gut, dass Kirche jetzt etwas anbietet, das trotz Corona funktioniert – und dass sich Kirche überhaupt mal wieder zeigt“, sagt Wilhelm Tintrop, der mit seinen sechs Mitradlern gerade an der Marienkirche stoppt. Drinnen läuft eine Licht- und Ton-Installation, außerdem gibt’s im Foyer Kaffee und Kuchen. „Das ist hier die erste größere Aktion in der Corona-Zeit“, sagt Tintrop, „und das Schöne ist, dass man hier auch den ein oder anderen wiedertrifft, den man nun schon lange nicht gesehen hat.“

Idee: Pilgern und Stadtgottesdienst kombinieren

Auch Katholikenratschef Gäng freut sich: „Das heiße Wetter mag manchen abgeschreckt haben, trotzdem bin ich mit der Resonanz zufrieden.“ Es sei ein tolles Symbol, gemeinsam als Kirche unterwegs zu sein, „als wanderndes Volk Gottes“. So trage der Pilgertag wie die Stadtgottesdienste dazu bei, „dass wir den Blick über unsere Gemeindegrenzen hinaus lenken“. Gerade beim Pilgertag sei deutlich geworden: „Ich bin auch woanders willkommen und kann auch dort gemeinsam mit anderen mein Christsein leben.“ Damit sei der Tag „weit mehr als nur eine Ersatzveranstaltung“, betont Gäng, der mit Fahrrad unterwegs ist. Es gebe bereits erste Überlegungen, künftig beides miteinander zu verbinden: Die sportlich-spirituelle Kombination des Pilgerns und einen großen Gottesdienst. (tr)

Fotos von Achim Pohl (Bistum Essen):

 

YouTube-Beitrag des Stadtdekanates Oberhausen

 

Link zum Bericht aus dem Wochenanzeiger Oberhausen

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Christoph Wichmann

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