Für Gott und die Welt – Romantische Musik für Frauenchor

Do, 30.6.2022 | 19:30 Uhr | St. Marien (Rothebusch), Leutweinstr.

Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Kirchengemeinde St. Marien lädt die Pfarrei St. Pankratius zu einem weiteren Chorkonzert ein. Zu Gast sind der FOLKWANG Frauenchor und das Ensemble FOLKWANG Upper Voices der FOLKWANG Universität der Künste Essen.

Das Konzert findet statt am Donnerstag, 30.6.2022 um 19:30 Uhr in der Kirche St. Marien (Rothebusch), Leutweinstr.

Unter dem Titel Für Gott und die Welt gliedert sich das Konzert in einen geistlichen und einen weltlichen Teil.

Im Zentrum des ersten Teils steht das Requiem des französischen romantischen Komponisten Gabriel Fauré, das durch das häufig musizierte „Pie Jesu“ große Bekanntheit erlangt hat.

Hier erklingt es jedoch in einer doppelten Bearbeitung: Statt eines gemischten Chores erklingt die Fassung für Frauenchor und statt der symphonischen Orchesterbesetzung erklingt die äußerst reizvolle Bearbeitung für Kammerorchester, Harfe und Orgel.

Dem zentralen Werk voran gestellt wird das „Lux aeterna“ der amerikanischen Komponistin Michelle Roueché für 4 bis 6-stimmigen Frauenchor, sowie die trostspendende Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Fassung für gleichstimmigen Doppelchor.

Die Ausführenden sind: Laura Kriese, Sopran; Folkwang Frauenchor und Folkwang Instrumentalisten, Clara Busemann, Harfe; Veit J. Zimmermann, Orgel.

Der zweite Teil des Konzertes widmet sich weltlichen Liedern und Gesängen der Romantik.

Neben Chorwerken von Franz Schubert „Ständchen“ für Sopran-Solo, Klavier und Frauenchor, steht Robert Schumanns „Wassermann“ auf dem Programm. Das Hauptwerk bilden die „Vier Gesänge op. 17“ von Johannes Brahms für Frauenchor, 2 Hörner und Harfe, bevor der Abend mit einem Borgen schlagenden bekannten Chorwerk, dem „Abendlied“ von Josef G. Rheinberger, ausklingt.

Die Ausführenden sind Instrumentalisten der Folkwang Universität der Künste (Horn, Harfe, Klavier) und das Ensemble Folkwang Upper Voices, sechs junge Damen der Hochschule.

Die Gesamtleitung hat Werner Schepp.

Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

Folksongs around the World

Do, 23.6.2022 | 19:30 Uhr | St. Marien (Rothebusch), Leutweinstr.


Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Kirchengemeinde St. Marien lädt die Pfarrei St. Pankratius zu einem Chorkonzert ein. Zu Gast ist der FOLKWANG Repertoirekundechor der FOLKWANG Universität der Künste Essen.

Der Chor hat Vertonungen und Motetten von Volksliedern aus aller Welt in seinem Noten-Gepäck. Es sind Werke zu hören von Gunther Erdmann, Volker Wangenheim, Wolfram Buchenberg und weiteren Komponisten.

Der FOLKWANG Repertoirekundechor besteht aus Studierenden aller musikalischen Fachrichtungen, die Chorerfahrung sammeln und erweitern möchten.

Aufgelockert wird das Programm durch ein Brass-Ensemble, das sich ebenfalls aus Studierenden zusammensetzt.

Die Leitung hat Veit J. Zimmermann.

Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

Neue Ausstellung in St. Marien

Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums von St. Marien wurde jetzt eine weitere Austellung zu Aspekten des Gemeindelebens eröffnet.

Neben der Daueraustellung zur Geschichte und der Erinnerung an die Stolpersteinaktion für Familie Fruchtzweig werden jetzt das Vereins- und Verbandsleben (u.a. KFD, KAB, ARG, Caritas), 100 Jahre Kirchenmusik (Kirchenchöre, Jugendchor, Kinderchor, Schola, Gallus) und Feste und Feiern der Gemeinde (u.a. Pfarr- und Gemeindefeste, Karneval, Jubiläen) thematisch abgedeckt.

Fotos, historische Dokumente, Noten, Plakate, Erinnerungsstücke und viele Dinge mehr erinnern an gemeinsame Aktivitäten der vergangenen 100 Jahre.

Die ganze Pfarrgemeinde und alle Interessierten sind zum Besuch der Ausstellungen herzlich eingeladen.

Dafür ist die Kirche am Donnerstag und an den Sonntagen mit Messe vor und nach den Gottesdiensten geöffnet. An den Sonntagen ohne Gottesdienst besteht Gelegenheit zum Besuch von 14.00 – 16.00 Uhr.

Der „synodale Weg“ – eine notwendige Herausforderung für alle Beteiligten?

Gesprächsreihe mit Peter Alferding

Do. 10. März 2022
Der „synodale Weg“: Die letzte Chance für einen zukunftsweisenden Dialog in der deutschen Kirche?
– Anstöße, Ziele, Schwerpunkte und erste (Zwischen)-Ergebnisse

Do. 17. März 2022
Macht und Gewaltenteilung: Eine Anfrage an die hierarchische Struktur der Kirche

Do. 24. März 2022
Die kirchliche Sexualmoral zwischen Leibfeindlichkeit und Liebesethik

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19:00 Uhr nach der Abendmesse (18:00 Uhr) und finden im Begegnungsraum Pastorat St. Marien Rothebusch, Leutweinstr. 17 statt. Die aktuell geltenden Coronaregeln sind einzuhalten. Bitte Abstand halten und an den Mund- und Nasenschutz denken.

Die ganze Pfarrei ist herzlich eingeladen.

Glaubensgespräche im November

In diesem Jahr finden wieder die traditionellen Glaubensgespräche unter Leitung von Peter Alferding statt, zu denen die ganze Pfarrei herzlich eingeladen ist.

Das Thema der Gesprächsreihe lautet:

Die Welt von heute und die Kirche von gestern?
Eine Spurensuche:

Do. 11. November 2021
(Wie) hat Jesus Gemeinde gewollt?
Eine biblische Orientierung über den Ursprung der Kirche

Do. 18. November 2021
Von der „Heilsanstalt“ zum „Volk Gottes“!
Das neue Selbstverständnis der Kirche auf dem ll. Vatikanischen Konzil

Do. 25. November 2021
Dieselbe Kirche anders denken und leben:
Reform der Kirche als bleibende Herausforderung für die Amtskirche und das Ehrenamt.
Ein Blick in die gegenwärtigen Diskussions- und Veränderungsprozesse

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19:00 Uhr nach der Abendmesse in St. Marien (18:00 Uhr) und finden im Pastorat St. Marien Rothebusch, Leutweinstr. statt.

Hinweis:
Wegen der pfarreiweiten Martinsaktion fällt die Messe am  11.11.2021 aus.

Die Teilnahme ist nur unter Einhaltung der 3G-Regel möglich.

Jubiläumsausstellung erweitert

Die aktuelle Ausstellung in St. Marien anlässlich des 100-jährigen Jubiläums – „Sakramente, Liturgische Dienste, Messdienerarbeit“ – wurde um vier Vitrinen erweitert, die historische Schriften und handschriftliche Notizen zu den Themen „Kommunion- und Beichtunterricht in Kriegszeiten“ enthalten. Es wird deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die Verantwortlichen zu kämpfen hatten.

Auch die anderen thematischen Galerien füllen sich, da immer mehr Fotos und Gegenstände zur Verfügung gestellt werden.

Vor und nach jeder Messe besteht die Möglichkeit, die Ausstellungen zu besuchen.
An Sonntagen ohne Messe ist die Kirche dafür von 14.00 – 16.00 Uhr geöffnet.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Die während der Gedenkmesse für Familie Fruchtzweig vorgeführte filmische Dokumentation zur Stolpersteinaktion kann jetzt hier abgerufen werden.

Gedenkfeier zur Stolpersteinaktion für Familie Fruchtzweig

Im Rahmen des 100-jährigen Gemeindejubiläums von St. Marien Rothebusch wurden am 26. Februar für vier Mitglieder der Familie Fruchtzweig und einen weiteren Bewohner des Hauses an der Ecke Rothebuschstr. / Bertholdstraße Stolpersteine verlegt . Da wegen der Pandemie nur wenige Beteiligte an der Aktion teilnehmen konnten, beschloss der Jubiläumsausschuss, die dokumentierte Aktion während eines Gedenkgottesdienstes in der Kirche zu zeigen.

Am 22. August feierte Kaplan Oliver Schmitz in St. Marien mit der Gemeinde einen bewegenden Gottesdienst. Jugendliche zündeten für die einzelnen Familienmitglieder, denen Unrecht getan worden war, Kerzen an und trugen Meditationstexte vor.

Hier zwei kurze Videos auf YouTube:

Video 1     Video 2

Auf einer Leinwand hinter dem Altar wurden in einer Diashow Fotografien von der Verlegung der Stolpersteine gezeigt, unterlegt mit einem Text über den Ablauf der Aktion und das Schicksal der Familie.
Die Schola begleitete den Gottesdienst mit Liedern, die zum Anlass passten. (Video 3)

Am Ende des Gottesdienstes wurde eine neue Ausstellung auf der linken Seite der Kirche eröffnet:
„Sakramente und liturgische Dienste“.
Ein Ausschuss sammelte bei Gemeindemitgliedern Fotos, Erinnerungen und Gegenstände, die für das Spenden der Sakramente von Bedeutung sind / waren. So ist ein über 100 Jahre altes Taufkleidchen zu bewundern sowie ein Brautkleid aus der Nachkriegszeit. Viele Fotos zeigen das Wirken der Messdiener*innen in der Gemeinde, und erinnert wird auch an die Geistlichen und Ordensmänner und -frauen, die aus der Gemeinde stammen und teilweise hier ihre Heimatprimiz gefeiert haben.
Mehrere Mitmachaktionen werden angeboten.

 

Gesprächsabend mit Prof. Sellmann – Ruhr Uni Bochum – zur Zukunft von Gemeindearbeit und Gemeindeleben

Guten Tag,

die Gemeinde St. Marien Rothebusch besteht in diesem Jahr 100 Jahre.
Das Jubiläumsjahr steht leider unter pandemiebedingten Einschränkungen. Trotzdem konnten einige geplante Aktionen zum Jubiläumsjahr stattfinden.

Neben der Stolpersteinverlegung im Februar 2021 (dokumentiert mit entsprechenden Texten und Bildern in der Kirche) wird die Geschichte der Gemeinde, ihrer Seelsorgerinnen und Seelsorger anhand von Fotos, Texten und Schriftstücken in einer Dauerausstellung gezeigt.

Weiter gibt es zu verschiedenen Themen wechselnde Ausstellungen. Aktuell werden Bilder zu den Themen Wallfahrten und Prozessionen präsentiert. Auch der Verstorbenen der Gemeinde wird in besonderer Weise gedacht.

Wir wollen aber nicht nur zurückblicken, sondern uns auch gerade mit der

Zukunft von Gemeindearbeit und Gemeindeleben

beschäftigen.

Zu diesem Thema laden wir daher zu einem Gesprächsabend mit Prof. Dr. Sellmann von der Ruhr Uni Bochum am 12. Juli 2021 um 18.00 Uhr in die Kirche St. Marien Rothebusch ein.

Weitere Einzelheiten hierzu entnehmen Sie bitte dem in der Anlage beigefügten Plakat.

Über Ihre Teilnahme würde sich die Gemeinde St. Marien Rothebusch sehr freuen.

Viele Grüße

i. A. des Gemeinderates

Werner Aarns

Jubiläums-Festmesse mit Weihbischof Schepers zu Fronleichnam in St. Marien Rothebusch

Auf Grund des 100-jährigen Jubiläums von St. Marien durfte Rothebusch in diesem Jahr das Fest für die gesamte Pfarrei von St. Pankratius planen. Weihbischof Schepers feierte ein Pontifikalamt im Garten des Pastorats.

Damit sich die Gläubigen nicht ansteckten, durften nur höchstens 100 Personen an der Messfeier teilnehmen, obwohl sie im Freien stattfand! Auf die Prozession wurde ganz verzichtet! Um aber jedem / jeder Gläubigen die Möglichkeit zu geben, an einem Gottesdienst teilzunehmen, fand auch in St. Jakobus ein Freiluftgottesdienst statt.

Der Kindergarten von St. Marien war ganz aktiv geworden: Rund um den Pastoratsgarten hingen Bilder, die die Kleinen zum 100-jährigen Festakt gemalt hatten. Den Weg zum Garten hatten sie mit Pflastermalerei gestaltet und der „Brunnenchristus“ erhielt einen hübschen, bunten, selbstgemachten Bischofsstab.
Gemeindemitglieder schmückten den Pastoratsgarten mit Fahnen und der Krippenkreis hatte auf dem Vorplatz einen Marienaltar aufgebaut.

Vor Beginn des Gottesdienstes nutzte Weihbischof Schepers die Zeit, sich die aktuellen Ausstellungen in der Kirche anzusehen.

Auf Biertischbänken und Klappstühlen nahmen die Gläubigen unter Einhaltung des Sicherheitsabstands Platz, nachdem sie die Pandemiebestimmungen erfüllt hatten.
Zu Beginn erinnerte Gemeinderatsvorsitzender Werner Aarns in einem Vortrag an die 100-jährige Geschichte von St. Marien Rothebusch und zeigte Parallelen zu heute und Perspektiven auf.
Weihbischof Schepers, der eine Zeitlang in Rothebusch wohnte, konnte auch in seine Predigt einige Familienerinnerungen einbringen. So war sein Vater der erste Messdiener in der 1927 geweihten Kirche und später fand dort die Taufe seines älteren Bruders statt. Er selbst sei jedoch ein „Heide-Kind“.
Veit Zimmermann, unser neuer Organist, gab der Messe mit drei „Klosterspatzen“ einen festlichen Rahmen.

Am Ende des Gottesdienstes wurde die Monstranz von der Sakramentengruppe in einer kurzen Prozession in die Kirche überführt. Während die Gläubigen zur Anbetung die Kirche aufsuchten, spielte Veit Zimmermann auf der Orgel.

Die Marienjugend verteilte an den Ausgängen kleine Tontöpfe mit Teelichtern, auf die sie ein Bild der Kirche geklebt und die sie mit dem Schriftzug „100 Jahre St. Marien Rothebusch“ verziert hatten.

Die wichtigste Aufgabe aber erfüllte Propst Wichmann mit Bravour: Durch seinen guten Kontakt zu St. Petrus sorgte er für trockenes Wetter!

Im Anschluss fiel leichter Regen. Das war vermutlich der göttliche Segen!

Stolpersteine

In seiner ersten Sitzung machte sich der Arbeitskreis „Jubiläum“ zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde St. Marien Rothebusch auch Gedanken über eine historische Aufarbeitung des kirchlichen Lebens in der Gemeinde.
Bezüglich der Zeit des Nationalsozialismus gab es die Idee, die Dokumentation zusätzlich mit einer Aktion der Erinnerung an eine jüdische Familie zu verknüpfen, die in der Gemeinde wohnte. Ein Gemeindemitglied, Frau Anni Jägers, hatte berichtet, dass die Familie ihrer Klassenkameradin Maria Fruchtzweig Opfer von Drangsalierung und Deportation geworden war. Die Familie wohnte Rothebuschstraße / Ecke Bertholdstraße in dem Haus, das heute einen Friseursalon beherbergt, und hatte dort ein Geschäft. Frau Jägers kannte die Stolpersteine für Familie Jülich in der Stadt und fand es sehr bedauerlich, dass an Familie Fruchtzweig nicht erinnert wurde.

 

Kurz zur Aktion der Stolpersteine
(genaue Informationen finden sich hier: http://www.stolpersteine.eu/):

Der Künstler Gunter Demnig hat diese Aktion ins Leben gerufen, um vor den letzten frei gewählten Wohnstätten der Opfer des Nationalsozialismus in ganz Europa Gedenksteine in Form eines Pflastersteins aus Messing zu verlegen, die den Namen des Opfers nennen und kurz sein Schicksal beschreiben. Auf Rothebusch finden sich schon solche Steine einige Häuser neben dem Ort der Verlegung und an der Ecke Koppenburgstr. / Siepenstr.

 

Mit großer Unterstützung des Teams der Gedenkhalle Oberhausen, der Hilfe des Stadtarchivs Bottrop und mit Informationen aus dem weiteren Kreis der Familie gelang es, das Schicksal der Familie weitgehend zu rekonstruieren, sodass es möglich wurde, für die vier Familienmitglieder und einen weiteren Bewohner des Hauses Steine zu verlegen. Gunter Demnig konnte leider wegen der Pandemie nicht selbst nach Oberhausen kommen und an der Verlegung durfte nur ein kleiner Kreis teilnehmen.
Eine größere Gedenkfeier soll, wenn Zusammenkünfte in Kirchen wieder erlaubt sind, in St. Marien stattfinden.
Die Gemeinde, u.a. die Gemeindejugend, und einzelne Gemeindemitglieder haben die Patenschaften für die Steine übernommen.

 

Mit einer kleinen Verspätung – die Mitarbeiter der WBO, die die Verlegung vornahmen, hatten zunächst ihre Vorbereitungen vor Haus 38 getroffen, die damalige Nummer 38 entspricht aber der heutigen 112 – begannen die Verlegearbeiten der Stolpersteine. Dabei wurde der Ursprung der Aktion erläutert und an das Schicksal der Bewohner erinnert. Unter Einhaltung der Pandemievorgaben hatten sich u. a. die Mitglieder des Arbeitskreises „Stolpersteine“, Mitglieder des Gemeinderats, das Team der Gedenkhalle und der Besitzer des Hauses eingefunden, um den Anlass würdig zu begehen. Dazu trugen auch Kerzen mit den Namen der Opfer und Rosen mit kleinen Spruchbändern bei.

 

Zum Schicksal der Familie Fruchtzweig:

Jakob Fruchtzweig, geboren 1896 in Sosnowice, Polen, kam 1920 über Magdeburg nach Osterfeld. Dort arbeitete er als Bergmann und heiratete 1921 Franziska Cwiertnia, die 1899 in Osterfeld geboren wurde. Die Familie wohnte auf der unteren Rothebuschstraße. 1922 wurde Tochter Maria, 1929 Sohn Benno geboren. 1925 zog die Familie zur oberen Rothebuschstraße und wohnte Ecke Bertholdstraße in dem Haus, das heute einen Friseursalon beherbergt. Dort eröffnete Jakob ein Geschäft für Stoffe und Kurzwaren. Mit Beginn der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde die Familie so massiv drangsaliert, dass sie ihr Geschäft aufgeben musste und nach Bottrop in eine vermeintlich sicherere jüdische Umgebung zog. Jakob arbeitete erneut als Händler, seine Tochter Maria verdingte sich als Putzhilfe. 1938, im Zuge der sogenannten „Polenaktion“, wurde die Familie zwangsweise nach Polen ausgewiesen. Sie wohnte danach in Sosnowice, dem Geburtsort des Vaters, vermutlich bei Verwandten.
1943 wurde der Vater ins Zwangsarbeitslager Klettendorf deportiert, die Kinder wurden an einen unbekannten Ort gebracht. Von da an verliert sich jede Spur. Es ist anzunehmen, dass sie alle in einem Vernichtungslager den Tod fanden. Die nichtjüdische Mutter blieb zunächst in Polen und kehrte 1944 nach Osterfeld zurück. Später wohnte sie in Bottrop und starb 1959 im Osterfelder Marienhospital. Sie versuchte verzweifelt, etwas über das Schicksal ihrer Familie herauszufinden, leider vergeblich.

 

Zum Schicksal von Gustav Fruchtzweig:

Gustav Fruchtzweig, möglicherweise ein Bruder Jakob Fruchtzweigs, wohnhaft ebenfalls Rothebuschstraße Ecke Bertholdstraße, hatte in Osterfeld in der Nähe des Bahnübergangs der Bahnlinie Osterfeld-Nord – Dorsten eine Altwarenhandlung und handelte mit Lumpen und Metallen. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde er so stark drangsaliert und misshandelt, dass er sich zur „Geschäftsaufgabe“ gezwungen sah. Er floh über die Niederlande nach Belgien. Dort half ihm eine jüdische Hilfsorganisation in hoffnungsloser Lage, weiter nach Frankreich zu gelangen. Nach der Besatzung durch deutsche Truppen wurde er 1942 in Toulouse verhaftet und 1943 in ein Arbeitslager nahe Lille gebracht. Kurz nach der Landung der Alliierten 1944 konnte er fliehen und fand Unterschlupf bei einer französischen Familie auf dem Land. Nach dem Krieg lebte er in Paris, wo er 1970 starb.

 

In St. Marien finden sich Tafeln zum Gedenken an die Opfer und zur Erinnerung an die Stolpersteinaktion.

 


Eine Gedenkfeier zur Stolpersteinaktion für Familie Fruchtzweig findet statt am 22.8.2021 um 11.15 Uhr in St. Marien Rothebusch.


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