Gesprächsabend mit Prof. Sellmann – Ruhr Uni Bochum – zur Zukunft von Gemeindearbeit und Gemeindeleben

Guten Tag,

die Gemeinde St. Marien Rothebusch besteht in diesem Jahr 100 Jahre.
Das Jubiläumsjahr steht leider unter pandemiebedingten Einschränkungen. Trotzdem konnten einige geplante Aktionen zum Jubiläumsjahr stattfinden.

Neben der Stolpersteinverlegung im Februar 2021 (dokumentiert mit entsprechenden Texten und Bildern in der Kirche) wird die Geschichte der Gemeinde, ihrer Seelsorgerinnen und Seelsorger anhand von Fotos, Texten und Schriftstücken in einer Dauerausstellung gezeigt.

Weiter gibt es zu verschiedenen Themen wechselnde Ausstellungen. Aktuell werden Bilder zu den Themen Wallfahrten und Prozessionen präsentiert. Auch der Verstorbenen der Gemeinde wird in besonderer Weise gedacht.

Wir wollen aber nicht nur zurückblicken, sondern uns auch gerade mit der

Zukunft von Gemeindearbeit und Gemeindeleben

beschäftigen.

Zu diesem Thema laden wir daher zu einem Gesprächsabend mit Prof. Dr. Sellmann von der Ruhr Uni Bochum am 12. Juli 2021 um 18.00 Uhr in die Kirche St. Marien Rothebusch ein.

Weitere Einzelheiten hierzu entnehmen Sie bitte dem in der Anlage beigefügten Plakat.

Über Ihre Teilnahme würde sich die Gemeinde St. Marien Rothebusch sehr freuen.

Viele Grüße

i. A. des Gemeinderates

Werner Aarns

Jubiläums-Festmesse mit Weihbischof Schepers zu Fronleichnam in St. Marien Rothebusch

Auf Grund des 100-jährigen Jubiläums von St. Marien durfte Rothebusch in diesem Jahr das Fest für die gesamte Pfarrei von St. Pankratius planen. Weihbischof Schepers feierte ein Pontifikalamt im Garten des Pastorats.

Damit sich die Gläubigen nicht ansteckten, durften nur höchstens 100 Personen an der Messfeier teilnehmen, obwohl sie im Freien stattfand! Auf die Prozession wurde ganz verzichtet! Um aber jedem / jeder Gläubigen die Möglichkeit zu geben, an einem Gottesdienst teilzunehmen, fand auch in St. Jakobus ein Freiluftgottesdienst statt.

Der Kindergarten von St. Marien war ganz aktiv geworden: Rund um den Pastoratsgarten hingen Bilder, die die Kleinen zum 100-jährigen Festakt gemalt hatten. Den Weg zum Garten hatten sie mit Pflastermalerei gestaltet und der „Brunnenchristus“ erhielt einen hübschen, bunten, selbstgemachten Bischofsstab.
Gemeindemitglieder schmückten den Pastoratsgarten mit Fahnen und der Krippenkreis hatte auf dem Vorplatz einen Marienaltar aufgebaut.

Vor Beginn des Gottesdienstes nutzte Weihbischof Schepers die Zeit, sich die aktuellen Ausstellungen in der Kirche anzusehen.

Auf Biertischbänken und Klappstühlen nahmen die Gläubigen unter Einhaltung des Sicherheitsabstands Platz, nachdem sie die Pandemiebestimmungen erfüllt hatten.
Zu Beginn erinnerte Gemeinderatsvorsitzender Werner Aarns in einem Vortrag an die 100-jährige Geschichte von St. Marien Rothebusch und zeigte Parallelen zu heute und Perspektiven auf.
Weihbischof Schepers, der eine Zeitlang in Rothebusch wohnte, konnte auch in seine Predigt einige Familienerinnerungen einbringen. So war sein Vater der erste Messdiener in der 1927 geweihten Kirche und später fand dort die Taufe seines älteren Bruders statt. Er selbst sei jedoch ein „Heide-Kind“.
Veit Zimmermann, unser neuer Organist, gab der Messe mit drei „Klosterspatzen“ einen festlichen Rahmen.

Am Ende des Gottesdienstes wurde die Monstranz von der Sakramentengruppe in einer kurzen Prozession in die Kirche überführt. Während die Gläubigen zur Anbetung die Kirche aufsuchten, spielte Veit Zimmermann auf der Orgel.

Die Marienjugend verteilte an den Ausgängen kleine Tontöpfe mit Teelichtern, auf die sie ein Bild der Kirche geklebt und die sie mit dem Schriftzug „100 Jahre St. Marien Rothebusch“ verziert hatten.

Die wichtigste Aufgabe aber erfüllte Propst Wichmann mit Bravour: Durch seinen guten Kontakt zu St. Petrus sorgte er für trockenes Wetter!

Im Anschluss fiel leichter Regen. Das war vermutlich der göttliche Segen!

Stolpersteine

In seiner ersten Sitzung machte sich der Arbeitskreis „Jubiläum“ zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde St. Marien Rothebusch auch Gedanken über eine historische Aufarbeitung des kirchlichen Lebens in der Gemeinde.
Bezüglich der Zeit des Nationalsozialismus gab es die Idee, die Dokumentation zusätzlich mit einer Aktion der Erinnerung an eine jüdische Familie zu verknüpfen, die in der Gemeinde wohnte. Ein Gemeindemitglied, Frau Anni Jägers, hatte berichtet, dass die Familie ihrer Klassenkameradin Maria Fruchtzweig Opfer von Drangsalierung und Deportation geworden war. Die Familie wohnte Rothebuschstraße / Ecke Bertholdstraße in dem Haus, das heute einen Friseursalon beherbergt, und hatte dort ein Geschäft. Frau Jägers kannte die Stolpersteine für Familie Jülich in der Stadt und fand es sehr bedauerlich, dass an Familie Fruchtzweig nicht erinnert wurde.

 

Kurz zur Aktion der Stolpersteine
(genaue Informationen finden sich hier: http://www.stolpersteine.eu/):

Der Künstler Gunter Demnig hat diese Aktion ins Leben gerufen, um vor den letzten frei gewählten Wohnstätten der Opfer des Nationalsozialismus in ganz Europa Gedenksteine in Form eines Pflastersteins aus Messing zu verlegen, die den Namen des Opfers nennen und kurz sein Schicksal beschreiben. Auf Rothebusch finden sich schon solche Steine einige Häuser neben dem Ort der Verlegung und an der Ecke Koppenburgstr. / Siepenstr.

 

Mit großer Unterstützung des Teams der Gedenkhalle Oberhausen, der Hilfe des Stadtarchivs Bottrop und mit Informationen aus dem weiteren Kreis der Familie gelang es, das Schicksal der Familie weitgehend zu rekonstruieren, sodass es möglich wurde, für die vier Familienmitglieder und einen weiteren Bewohner des Hauses Steine zu verlegen. Gunter Demnig konnte leider wegen der Pandemie nicht selbst nach Oberhausen kommen und an der Verlegung durfte nur ein kleiner Kreis teilnehmen.
Eine größere Gedenkfeier soll, wenn Zusammenkünfte in Kirchen wieder erlaubt sind, in St. Marien stattfinden.
Die Gemeinde, u.a. die Gemeindejugend, und einzelne Gemeindemitglieder haben die Patenschaften für die Steine übernommen.

 

Mit einer kleinen Verspätung – die Mitarbeiter der WBO, die die Verlegung vornahmen, hatten zunächst ihre Vorbereitungen vor Haus 38 getroffen, die damalige Nummer 38 entspricht aber der heutigen 112 – begannen die Verlegearbeiten der Stolpersteine. Dabei wurde der Ursprung der Aktion erläutert und an das Schicksal der Bewohner erinnert. Unter Einhaltung der Pandemievorgaben hatten sich u. a. die Mitglieder des Arbeitskreises „Stolpersteine“, Mitglieder des Gemeinderats, das Team der Gedenkhalle und der Besitzer des Hauses eingefunden, um den Anlass würdig zu begehen. Dazu trugen auch Kerzen mit den Namen der Opfer und Rosen mit kleinen Spruchbändern bei.

 

Zum Schicksal der Familie Fruchtzweig:

Jakob Fruchtzweig, geboren 1896 in Sosnowice, Polen, kam 1920 über Magdeburg nach Osterfeld. Dort arbeitete er als Bergmann und heiratete 1921 Franziska Cwiertnia, die 1899 in Osterfeld geboren wurde. Die Familie wohnte auf der unteren Rothebuschstraße. 1922 wurde Tochter Maria, 1929 Sohn Benno geboren. 1925 zog die Familie zur oberen Rothebuschstraße und wohnte Ecke Bertholdstraße in dem Haus, das heute einen Friseursalon beherbergt. Dort eröffnete Jakob ein Geschäft für Stoffe und Kurzwaren. Mit Beginn der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde die Familie so massiv drangsaliert, dass sie ihr Geschäft aufgeben musste und nach Bottrop in eine vermeintlich sicherere jüdische Umgebung zog. Jakob arbeitete erneut als Händler, seine Tochter Maria verdingte sich als Putzhilfe. 1938, im Zuge der sogenannten „Polenaktion“, wurde die Familie zwangsweise nach Polen ausgewiesen. Sie wohnte danach in Sosnowice, dem Geburtsort des Vaters, vermutlich bei Verwandten.
1943 wurde der Vater ins Zwangsarbeitslager Klettendorf deportiert, die Kinder wurden an einen unbekannten Ort gebracht. Von da an verliert sich jede Spur. Es ist anzunehmen, dass sie alle in einem Vernichtungslager den Tod fanden. Die nichtjüdische Mutter blieb zunächst in Polen und kehrte 1944 nach Osterfeld zurück. Später wohnte sie in Bottrop und starb 1959 im Osterfelder Marienhospital. Sie versuchte verzweifelt, etwas über das Schicksal ihrer Familie herauszufinden, leider vergeblich.

 

Zum Schicksal von Gustav Fruchtzweig:

Gustav Fruchtzweig, möglicherweise ein Bruder Jakob Fruchtzweigs, wohnhaft ebenfalls Rothebuschstraße Ecke Bertholdstraße, hatte in Osterfeld in der Nähe des Bahnübergangs der Bahnlinie Osterfeld-Nord – Dorsten eine Altwarenhandlung und handelte mit Lumpen und Metallen. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde er so stark drangsaliert und misshandelt, dass er sich zur „Geschäftsaufgabe“ gezwungen sah. Er floh über die Niederlande nach Belgien. Dort half ihm eine jüdische Hilfsorganisation in hoffnungsloser Lage, weiter nach Frankreich zu gelangen. Nach der Besatzung durch deutsche Truppen wurde er 1942 in Toulouse verhaftet und 1943 in ein Arbeitslager nahe Lille gebracht. Kurz nach der Landung der Alliierten 1944 konnte er fliehen und fand Unterschlupf bei einer französischen Familie auf dem Land. Nach dem Krieg lebte er in Paris, wo er 1970 starb.

 

In St. Marien finden sich Tafeln zum Gedenken an die Opfer und zur Erinnerung an die Stolpersteinaktion.

 


Eine Gedenkfeier zur Stolpersteinaktion für Familie Fruchtzweig findet statt am 22.8.2021 um 11.15 Uhr in St. Marien Rothebusch.


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100 Jahre St. Marien

Im Jahr 2021 feiert die Gemeinde St. Marien ihr 100-jähriges Bestehen. Deshalb werden im Laufe des Kirchenjahres 2020/2021 verschiedene Aktionen die Geschichte der Gemeinde und das Gemeindeleben widerspiegeln. Dazu sind alle herzlich eingeladen.

Wir beginnen mit der „Offenen Kirche“. In der Adventszeit ist die Kirche an den Adventssonntagen von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr und nach jeder Messe geöffnet. Es besteht die Möglichkeit, sich anhand von Fotos und einer Diashow über die Arbeit des Krippenkreises und die Krippeninstallationen der vergangenen Jahre zu informieren und die neue Krippe, die auch unter dem Thema „Corona“ steht, im Aufbau zu beobachten. Auch das Wirken der Sternsinger wird anhand von Gruppenfotos und Ausstattungsdetails vorgestellt.

Es gibt einen Selbstbedienungsverkaufsstand der Jugend mit Weihnachtskarten und Christbaumkugeln.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Hier finden Sie einen Terminplan zu den geplanten Aktivitäten im Kirchenjahr 2020/2021.

Bruder Jens Kusenberg feiert seine Heimatprimiz in St. Marien

Für Bruder Jens, aber auch für unsere Pfarrei, war es ein denkwürdiger Tag.  In der Hoffnung, dass das Wetter trocken bleiben würde, waren viele in den Pastoratsgarten von St. Marien gekommen, um seine Heimatprimiz mit ihm zu feiern: seine Familie, einige Mitbrüder, viele Freunde und Christen aus der ganzen Pfarrei und darüber hinaus.

Jens konzelebrierte die Messe zusammen mit unserem Propst, seinem Freund und Mitbruder Konrad und zwei weiteren seiner Mitbrüder.

Musikalisch gestaltet wurde die Messe von der Schola St. Marien Rothebusch mit Unterstützung von Monika Sandfort. Jens war bis zu seinem Eintritt in den Kapuzinerorden der Saxophonist der Schola.

Schon vor einigen Jahren hatte er seinen Freund und Mitbruder Konrad dazu überredet, sollte er einmal zum Priester geweiht werden, seine Primizpredigt zu halten. Diese Predigt nahm das aktuelle Geschehen in Kirche und Welt auf und war von großer Sympathie für den Primizianten geprägt.

Nach der Predigt erhielt Jens ein Geschenk von Pfarrei, Gemeinde und Schola, eine Hostienschale, die sofort Verwendung fand. Ein weiteres  Geschenk der Pfarrei war das bekannte Pankratiuskreuz, hergestellt aus alten Skateboards, diesmal in „Kapuzinerbraun“.

Der festliche Anlass wurde auch genutzt, um die neugestalteten Räume im Erdgeschoss des Pfarrhauses einzuweihen, die nach der Schließung des Gemeindeheims für kleinere Gruppen zur Verfügung stehen.

Nach der Messe erteilte der Primiziant in der Kirche den Primizsegen und es gab für die Anwesenden neben der Kirche Gelegenheit, sich bei Kaffee, kalten Getränken und Grillwürstchen auszutauschen.


Hier finden Sie Artikel zum Lebenslauf und zur Priesterweihe .

100 Jahre St. Marien Rothebusch

Teilen Sie Ihre Erinnerungen mit uns!

Die Planung des 100-jährigen Jubiläums unserer Gemeinde St. Marien Rothebusch im Kirchenjahr 2021 läuft bereits auf Hochtouren. Zur Erstellung einer Festschrift und für Ausstellungen zur Geschichte der Gemeinde und zum Gemeindeleben bitten wir Sie schon jetzt um Ihre Mithilfe:

Wir suchen alte und neue Fotos, Anekdoten, Ihre persönlichen Highlights, …
Sprechen Sie uns persönlich an, z.B. beim Gemeindecafé, (1. Sonntag im Monat), vor und nach den Sonntagsmessen …, oder schicken Sie uns eine E-Mail an 100jahrerothebusch@web.de.

Wir freuen uns auf Ihre Erinnerungen!

Sabine Brans und Alfons Jägers