Von Erdbeeren und Radieschen – Gedanken aus dem Hochgebeetsgarten

„Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber. In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten, sodass euch allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung steht und ihr noch genug habt, um allen Gutes zu tun […].
2 Korinther 9,6-9

Dieses Bibelzitat stand bei unserem Exerzitien-Treffen im Juni im Mittelpunkt. In der Austauschrunde erzählten wir zunächst, wie es uns mit den alltäglichen Gärtneraufgaben, unseren Erwartungen und unseren ersten Ernteerfolgen ergangen ist. Schnell wurde deutlich, dass wir alle irgendwie fasziniert davon sind, wie aus so ganz kleinen Samen so wunderbare Früchte wie z.B. Radieschen oder Erdbeeren hervorgebracht werden können. Eine mikroskopisch kleine DNA der Pflanze, ein bisschen Erde, Wasser und Sonnenlicht – mehr braucht es erst einmal nicht, damit das Wachstum seinen Lauf nimmt. Alles weitere wie die Farben, die Formen, der Geruch und der Geschmack der Frucht entwickeln sich wie von selbst. Alles ist in der Saat gespeichert und abrufbar. Wir als Gärtner können lediglich noch die Rahmenbedingungen optimieren. Alles Notwendige für dieses Naturereignis ist vorgegeben in einem kleinen Saatkorn. Und wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wie bei unseren Radieschen oder Erdbeeren zum Beispiel, dann erwartet uns eine schmackhafte Ernte!

Dieser Gedanke ging mir in der letzten Woche nicht mehr aus dem Kopf: alles was wir brauchen, tragen wir bereits in uns. Denn mit uns, dem Menschen als Teil Seiner Schöpfung, ist es doch vielleicht ähnlich. Wir haben eine Grundausstattung mit auf den Weg bekommen, mit welcher uns zur jeder Zeit in jeder Situation alles Notwendige zur Verfügung steht. Die Grundbausteine des Lebens, unsere DNA, können wir nicht ändern, die Rahmenbedingungen für eine optimale Entfaltung schon. Und dafür ist zunächst jeder selbst verantwortlich, es wird zu meiner Aufgabe: mit Aufmerksamkeit, Fürsorge und Geduld kann ich meine eigene innere Grundausrüstung, ich nenne diese jetzt mal mein seelisches oder „geistiges Erbgut“, meine sogenannten Geistes – Gaben, die ich geschenkt bekommen habe und in mir trage, entschlüsseln und immer weiter entfalten. Gelingt mir dies, bin ich auf einem guten Weg meine innere Freude und Zufriedenheit zu finden, wenn ich genau das Leben finden und gestalten kann, welches mein Herz froh macht! Und es ist doch vielleicht auch genau das, was ER von uns Christen und mir ganz persönlich erhofft – dass ich meinem Herzen folge, so wie ich bin und es meine Grundausstattung unterstützt. Ohne Zwang und ohne Verdrossenheit. Damit ich froh werde und diese Freude ausstrahlen und teilen kann.

Alles Notwendige zum Leben trage ich schon in mir. Zu jeder Zeit. An jedem Ort. Was für ein Geschenk. Was für ein Vertrauen. Was für ein stärkender Zuspruch!

Dieser Gedanke gefällt mir und wird mich bestimmt noch weiterhin begleiten…

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Andrea Becker

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